Mittwoch, 18. August 2010
Handwerker und die Finanzen … zwei Welten
Ich bin Handwerker – bedeutend Handwerker, und kein Buchhalter. Somit habe ich mich auch innerhalb meiner Selbständigkeit derartig verschätzt, als dass ich kurz davor war, pleite zu gehen und beim JobCenter anzuklopfen. Aber zunächst zur Vorgeschichte: seit ein paar Jahren bin ich als selbständiger Handwerker unterwegs. Ich fahre direkt zu den Kunden, verrichte meine Arbeit, stelle eine handschriftliche Rechnung (Formularrechnung), erhalte das Geld in bar und bin wieder weg. So ist der eigentliche Ablauf meiner „Buchhaltung“. Dementsprechend halte ich das Geld immer direkt in meinen Händen, was einen schwer arbeitenden Mann dazu beflügelt, abends mal eben ein Bierchen trinken zu gehen. So habe ich über Monate hinweg gelebt, immer von der Hand in den Mund … mit den entsprechenden Einnahmen. Völlig vergessen habe ich die Krankenversicherung, die Steuern und meine laufenden Ausgaben. Mein Dach über dem Kopf ist gesichert, denn ich wohne mit einem lebenslänglichen Wohnrecht im Hause meines Großvaters. Nun gut, letztendlich stand ich plötzlich kurz vor der Pleite, als die Krankenkasse vor der Türe stand und das Finanzamt ebenfalls. Wie sollte ich jetzt so schnell viel Geld auftreiben? Also pochte ich auf einen Kredit für Handwerker bei meiner Hausbank. Diese Bank erteilt jedoch keine Kredite für Handwerker, da sie Selbständigen grundsätzlich keine Kredite für Firmeninhaber erteilt. Bei einem Bierchen am Abend erzählte mir ein „Kollege“ dann, dass man auch im Internet einen Kredit für Firmeninhaber beantragen kann, was ich am gleichen Abend noch vornahm. Und siehe da, hier wurde mir ein Kredit bewilligt, natürlich erst, nachdem ich meine Buchhaltung in Ordnung brachte und eine vernünftige GuV vorlegen konnte. Nun gut – Ende gut, alles gut.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen