Dienstag, 19. Oktober 2010

Glück im Unglück

Seit meinem 18. Lebensjahr gibt es für mich nichts Schöneres, als auf meinem Motorrad zu sitzen, und die Geschwindigkeit zu genießen. Ich fahre nun schon zehn Jahre lang, und ich würde schon behaupten, das ich meine Maschine gut im Griff habe, dennoch habe ich die schmerzhafte Erfahrung machen müssen, das man nicht mal schuld sein muss, und dennoch ein Unfall passieren kann. Es war letztes Jahr im Sommer, als ich gegen Abend unterwegs zu einem Kumpel war, wo wir einen gemütlichen Grillabend erleben wollten, doch leider bin ich an diesem Tag nicht an meinem Ziel angekommen. In einer steilen Kurve prallte ich frontal mit einem Auto zusammen, was aus ungeklärten Gründen auf meiner Spur fuhr. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich irgendwann in einem Krankenhaus wach wurde, wo meine Eltern an meinem Bett saßen, und sich freuten, dass ich noch lebe. Der Arzt erklärte mir, dass ich sprichwörtlich dem Tod von der Schippe gesprungen bin, und dass ich wahnsinniges Glück hatte. Ich stand natürlich noch unter Schock, und das erste, was mich interessierte war, ob man meine Maschine wieder reparieren kann, doch die war Totalschaden. Mein Vater beruhigte mich, und versprach mir, wenn ich wieder gesund werde, dass er mir mit einer Motorradfinanzierung ein neues Motorrad kaufen wird. Insgesamt musste ich fast drei Monate in der Klinik bleiben, denn meine Beine waren so zertrümmert, das sie mich vier Mal operieren mussten, doch zum Glück kann ich sie wieder zu hundert Prozent belasten, was anfangs noch nicht sicher war. Heute erinnern mich nur noch die zahlreichen Narben an diesen Vorfall, und ich bin froh, dass ich wieder fit bin. Mein Vater hat mir tatsächlich eine neue Maschine gekauft mit der ich jetzt jedoch noch vorsichtiger fahre als zuvor, denn ich hatte echt Glück im Unglück.

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