Donnerstag, 7. Oktober 2010
Ich und ein Rosengarten?
Seit meine Schwiegermutter bei uns eingezogen ist, nervt sie mich ständig damit, dass ihr unser Garten nicht gefällt. Dass da doch mehr Liebe und Pflege rein muss. Na, ich mag unseren Garten nun auch nicht wirklich so arg, aber da mein Mann und ich beide voll berufstätig sind, bleibt einfach nicht genug Zeit für Liebe und Pflege unseres Gartens. Gerne kann sich meine Schwiegermutter mit meinem Segen selbst in unserem Garten austoben, aber dazu fehlt ihr leider die Kraft, sagt sie. Na, kann ich schon verstehen, dass man sich mit 82 Jahren lieber auf die Bank setzt und die Blumen bewundert, als selbst noch die Hacke zu schwingen und Unkraut zu jäten. Na, jedenfalls hat mein Mann jetzt zu mir gemeint, wir sollten doch der Oma eine Freude machen und für sie einen Rosengarten anlegen. In den kann sie sich dann, wenn es draußen warm ist, immer setzen und sozusagen ihren Lebensabend genießen. Meine Schwiegermutter kennt sich mit Blumen ganz gut aus, weil sie früher einmal in einer Gärtnerei gearbeitet hat. Allerdings ist das noch vor dem Krieg gewesen. Aber Ramblerrosen und Beetrosen werden wohl damals wie heute dieselben Anforderungen gehabt haben. Also bin ich letzten Samstag mit der Oma im Auto zum Gartencenter gefahren und habe ihr dort offeriert, dass sie sich so viele Beetrosen und Ramblerrosen und was noch alles an Rosen wie sie nur möchte aussuchen darf und wir die zuhause gemeinsam einpflanzen werden. Das heißt, ich pflanze und sie sitzt daneben und sagt, wie ich alles zu machen habe.
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