Mittwoch, 22. Dezember 2010

Nach einer teuren Reparatur ging's nur noch in die Selbstmacherwerkstatt

Meinen ersten kleinen PKW hatte ich mir vor zwölf Jahren geleistet. Ich hatte gerade meine Lehre beendet gehabt und im Nachbarstädtchen einen Posten beim Computershop abgefasst. Um da flüssig hin zu kommen, hatte ich mir meinen preiswerten kleinen Gebrauchten zugelegt. Mein kleiner Flitzer hatte doch schon einige Jahre auf dem Buckel und schnell fiel meine erste notwendige Reparatur an. Aus heiterem Himmel hatte sich der Tank zusammengezogen und hinten unter der Sitzbank roch es verstärkt nach Benzin. Benzinpumpe und Tank mussten unbedingt erneuert werden, so bescheinigte es mir meine Werkstatt, bei der ich die ganzen Schäden vorgestellt hatte. Das Ganze hatte mich damals locker mal über tausend DM gekostet. Jedenfalls war das für jemanden wie mich eine dicke Stange Geld. Ich hatte gerade mal ausgelernt und mir mein erstes Fahrzeug gekauft gehabt, da kam schon die erste große Reparatur. Das war ziemlich heftig. Aber alles in allem hatte ich wieder einen gut funktionierenden Wagen, der mich von A nach B brachte. Doch für zukünftige Reparaturen wollte ich mich selbst ins Zeug legen. Dazu bot sich mir auch die Gelegenheit in einer Selbstmacherwerkstatt bei mir im Wohnort. Die schaute ich mir kurz nach dem Werkstattaufenthalt meines fahrbaren Untersatzes einmal genauer an. Es war cool, wie viele Leute hier ihr eigenes Ding durchzogen. Ich kam gleich mit vielen ins Gespräch. In der Selbstmacherwerkstatt gab es alles erdenkliche Werkzeug, sogar über eine Lackierpistole verfügten die Werkstattinhaber. Mit dieser hatte ich damals meinen alten Wagen farblich etwas aufgepeppt. Mit Unterstützung von anderen Werkstattbenutzern verpassten wir ihm mit der Lackierpistole ein auffälliges Muster. Heute erinnern mich nur noch Schnappschüsse an das damalige Gemeinschaftskunstwerk. Mein Wagen kam nur fünf Jahre später trotz do-it-yourself in der Selbstmacherwerkstatt nicht mehr durch den TÜV und ich hatte mir deswegen ein anderen kaufen müssen.

Viele Versuche und an allen bin ich bisher gescheitert

Ich hatte schon viele Diäten probiert. Mit viel Elan wollte ich schon unzählige Male mein Übergewicht reduzieren. Doch trotz bester Vorsätze fiel ich bis jetzt immer ruck zuck in alte Gewohnheiten zurück. Dann bekam ich auch immer noch diese krassen Heißhungerattacken. Den ganzen Tag über war ich standhaft und hatte respektvoll meinen Diätplan beachtet. Abends vorm Fernseher dann konnte ich öfters einfach nicht mehr standhaft bleiben und futterte mal Chips, mal Schokolade oder auch leckere belegte Brote in mich hinein. Vermutlich war dabei auch der Fehler, dass alles zu sehr in greifbarer Nähe war. Und alles was sich dort ernährungstechnisch aufhielt, gab mir keine Chance, so ausgehungert wie ich war, standhaft zu bleiben.  Meine Lust an meinem Diätplan eisern festzuhalten schmolz einfach so dahin. Anders natürlich meine Pfunde, die fraß ich mir damit ungewollt wieder drauf. In einem Buch über Ernährungsberatung hatte ich mal gelesen, dass man Tricks anwenden kann, um sein Hungergefühl auszutricksen. Leider war mir das Buch mal bei einem Umzug abhanden gekommen. Um mich zu Tipps und Tricks schlau zu machen, suchte ich online mal nach Ernährungsberatung. Weit oben gelistet stieß ich auf mehrere Links für Metabolic Typing Augsburg, Metabolic Typing Nürnberg und anderen, welche vorneweg alle Metabolic stehen hatten. Das ist anscheinend eine Ernährungsberatung, die viele Standorte hat. Auf den ersten Eindruck war ich begeistert, denn vom Konzept her durchblickte ich das so, dass ich durch eine zugeschnittene Ernährung angepasst auf meinen Stoffwechsel sehr viel Gewicht verlieren könnte. Und das anscheinend ohne zu hungern. Also ich hatte denen vom Metabolic Typing Augsburg gleich eine e-Mail gesendet. Ich bin mal gespannt, wann die sich melden.

Freitag, 10. Dezember 2010

Da war plötzlich Schluss

Ich hatte mit meinem Freund, nun seit gestern eigentlich Ex-Freund, vorletzte Woche meinen Umzug durchgezogen. Jedenfalls so gut wie, aber dazu später mehr. Von meiner Wohnung im fünften Stock bin ich im gleichen Haus drei Etagen tiefer gezogen. Das wurde auch endlich mal Zeit, denn mit den lieben, vollen Einkaufstaschen immer bis nach ganz oben zu latschen machte echt keinen Spaß. Die Aussicht war natürlich top, aber was soll's. Ein Fahrstuhl gab es nicht, nur eben die Möglichkeit des Umzugs, als da unten ein Pärchen auszog. Mein Ex-Freund wollte natürlich mit anpacken. Aber irgendwie ging er mit meinen Möbeln und dem restlichem Inventar total stumpf um. Auf mich wirkte das gleich so, frei nach dem Motto, er hat ja nichts davon bezahlt und nichts davon gehörte ihm. Ich hatte aber meine Zähne zusammen gebissen und lieber nichts gesagt, bis zu dem Augenblick, als der Trottel mit meiner Waschmaschine zu würfeln begann. Ich meine, er hat sie einfach fallen gelassen und sie ist die Treppe herunter gekugelt. Ich war pappe satt. Meine gute alte Waschmaschine war zwar eine billige Waschmaschine, aber die hatte noch nie irgendwelche Störungen gehabt. Anders natürlich nach dem Sturz, da war sie Schrott. Ich keifte meinen Ex gleich voll. Die ganze Wut kam aus mir heraus. Weil ich an sein gesamtes Verhalten während des Umzuges dachte, war ich mehr als nur wütend. Und er, er hatte mich einfach im Treppenflur dumm stehen gelassen. Zum Glück half mir ein netter Nachbar. Der ganze Hausflur war ja auch zugestellt, da blieb dem Nachbarn auch nichts anderes übrig. Mein dämlicher Ex hatte sich erst gestern wieder bei mir gemeldet. Als er mir dann am Telefon signalisierte, dass er mir keinen Cent für eine billige Waschmaschine als Ersatz dazu bezahlen wollte, machte ich am Telefon einfach endlich Schluss.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Im Englischkurs sitzen zum Glück ein paar ganz interessante Leute

Ich habe mich gestern bei meinem Englischkurs mit zwei anderen Teilnehmern unterhalten. Jeder kennt das ja, dass man sich gerne auch etwas mehr kennenlernen möchte, wenn man mit anderen Teilnehmern in einem Kurs sitzt, um dort was zu lernen. Ich finde es jedenfalls immer interessant zu wissen, mit wem man es noch so zu tun hat, außer seinem Dozenten. Ich bin jetzt zum zweiten Mal in dem Englischkurs, welcher zwei Mal in der Woche stattfindet. In meinem Kurs sitzt jemand, der Fotograf ist. Als Profi klappert er vor Weihnachten immer die Schulen und Kindergärten ab. Einige Firmen fährt er auch an, um ein paar stimmungsvolle Weihnachtsschnappschüsse zu machen. Jetzt wo die beweglichen Aufträge erledigt sind hatte er endlich Zeit, für diesen Kurs, welchen er schon länger plante machen zu wollen. Er braucht kein Englisch für seinen Beruf, aber privat wollte er Englisch schon immer sprechen und verstehen können. Ich brauche es ja für meinen Job im Büro, so wie auch mein Nachbar im Kurs. Der macht übrigens was, wo ich mal echt verwundert drüber war, dass es sowas auch gibt. Er nimmt von Firmen SEO - Aufträge entgegen. SEO? Das hatte ich nicht gleich kapiert. Mein Banknachbar hatte bewusst den Begriff SEO in unsere Unterhaltung gebracht, weil er immer erst mal verdutzte Gesichter sehen will, bzw. dann sofort erkennen kann, wer sich damit etwas auskennt. Bei mir hatte er gleich die fünf Fragezeichen über meinem Heiligenschein entdeckt. Darum habe ich von ihm dann noch die zusätzliche Erklärung bekommen, dass er dabei die Suchmaschinenoptmierung für viele verschiedene Firmen übernimmt. Der Fotograf wurde da gleich hellhörig und wenn mich nicht alles täuscht, hatten sich die Zwei gleich miteinander arrangiert, um auch für die Webseite des Fotografen die Suchmaschinenoptmierung in die richtigen Bahnen zu leiten.

Freitag, 3. Dezember 2010

Und niemand hat etwas bemerkt

Ein guter Freund hat sich vor kurzem das Leben genommen. Als ich die Nachricht erhalten habe, konnte ich es nicht fassen. Ein Selbstmord passte einfach nicht zu ihm. Er war jemand, der scheinbar alles hatte. Nach seinem Studium fand er einen gut bezahlten Job, mit seiner Freundin war er seit fünf Jahren glücklich zusammen. Nächsten Sommer sollte die Hochzeit stattfinden. Er war in mehreren Sportvereinen, spielte in einer Rockband und war wahnsinnig beliebt. Wenn ihn jemand um Hilfe bat, sagte er nie Nein. Erst vor zwei Monaten habe ich mich mit ihm über meine Altersvorsorge unterhalten. Ich fragte ihn um Rat, weil ich mich damit nicht auskannte. Geduldig erklärte er mir alle Möglichkeiten – vom Genussschein über die Lebensversicherung bis hin zu Aktien, dem Kindersparplan und dem Immobiliensparplan. Selbst, als ich nach der dritten Erklärung immer noch nicht verstanden hatte, was Genussrechte sind, verlor er nicht die Geduld. Er erklärte mir zum vierten Mal, was ein Genußschein sei und welchen Wert Genußrechte hätten, bis ich es endlich begriff.
Bei diesem Gespräch habe ich ihn das letzte Mal gesehen. Er kam mir so glücklich vor. Zwischendurch machte er immer wieder Witze, obwohl es um ein ernstes Thema ging, hatten wir beide Spaß. Als ich von seinem Suizid hörte, habe ich verzweifelt versucht, mich an irgendetwas zu erinnern, was mich hätte stutzig machen sollen. Doch mir fiel einfach nichts ein.
Vielen Freunden geht es ähnlich. Wir fragen uns alle, ob wir seinen Tod hätten verhindern können. Ob wir Warnsignale übersehen haben. Aber niemand hat etwas bemerkt.